SIBO-Typen: H2, Methan & H2S
Drei Gase, drei Beschwerdebilder – warum SIBO nicht gleich SIBO oder IMO ist
Viele Menschen mit Verdauungsbeschwerden stoßen bei ihrer Recherche auf die Begriffe SIBO, IMO oder H2S-SIBO. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Formen mikrobieller Veränderungen im Darm, die mit verschiedenen Beschwerdebildern in Verbindung gebracht werden.
Heute werden vor allem drei Formen unterschieden: die wasserstoff-dominante SIBO (H2-SIBO), die Intestinal Methanogen Overgrowth (IMO, früher häufig als Methan-SIBO bezeichnet) sowie die Intestinal Sulfide Overproduction (ISO bzw. H2S-SIBO).
Wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich seit Jahren mit möglichen Zusammenhängen zwischen diesen Formen mikrobieller Veränderungen und funktionellen Verdauungsbeschwerden. Die Erkenntnisse entwickeln sich dabei kontinuierlich weiter.
Dieser Artikel erläutert die Unterschiede zwischen den drei Formen, stellt die derzeit verfügbaren diagnostischen Möglichkeiten vor und beschreibt verschiedene ernährungsbezogene Ansätze, die in Fachkreisen diskutiert werden.
Wasserstoff-SIBO (H2-SIBO)
Bei der wasserstoff-dominanten SIBO werden erhöhte Mengen wasserstoffbildender Mikroorganismen im Dünndarm diskutiert. Dabei entstehen bei der Verstoffwechselung bestimmter Kohlenhydrate Wasserstoffgase, die im Atemtest gemessen werden können.
Häufig beschriebene Beschwerden sind Blähungen, Bauchkrämpfe, Druckgefühl im Bauch sowie eine erhöhte Stuhlfrequenz. Die Ausprägung der Symptome kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Für die Diagnostik werden häufig Atemtests mit Lactulose oder Glukose eingesetzt, bei denen Wasserstoff und Methan in der Ausatemluft gemessen werden.
Häufig diskutierte Nahrungsergänzungen bei H2-SIBO
Im Zusammenhang mit H2-SIBO werden in Fachkreisen unter anderem Berberin, Oreganöl und Allicin diskutiert. Diese Substanzen sind Bestandteil verschiedener ernährungsbezogener Konzepte und werden von manchen Therapeuten ergänzend berücksichtigt.
Darüber hinaus wird die Darmmotilität häufig als wichtiger Faktor für eine normale Verdauungsfunktion betrachtet. Entsprechend beschäftigen sich viele Konzepte auch mit Lebensstil-, Ernährungs- und Bewegungsfaktoren.
Intestinal Methanogen Overgrowth (IMO)
IMO unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der klassischen H2-SIBO. Hier stehen methanbildende Archaeen im Mittelpunkt, insbesondere Methanobrevibacter smithii. Da Archaeen biologisch nicht zu den Bakterien gehören und die Besiedlung nicht ausschließlich auf den Dünndarm beschränkt sein muss, hat sich international zunehmend die Bezeichnung Intestinal Methanogen Overgrowth (IMO) etabliert.
Erhöhte Methanwerte werden in wissenschaftlichen Untersuchungen häufig mit einer verlangsamten Darmpassage und Verstopfungsbeschwerden in Verbindung gebracht.
Auch bei IMO kommen Atemtests zum Einsatz, bei denen Methan in der Ausatemluft gemessen wird.
Häufig diskutierte Nahrungsergänzungen bei IMO
Im Zusammenhang mit IMO werden verschiedene ernährungsbezogene Ansätze beschrieben. In Fachkreisen werden unter anderem Allicin und Berberin diskutiert. Wissenschaftliche Untersuchungen befassen sich mit dem Einfluss verschiedener Pflanzenstoffe auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms.
Neben Nahrungsergänzungsmitteln werden auch Ernährungsgewohnheiten, Bewegungsverhalten und weitere individuelle Faktoren in die Betrachtung einbezogen.
H2S-SIBO / ISO
Die dritte häufig diskutierte Form ist die H2S-SIBO beziehungsweise Intestinal Sulfide Overproduction (ISO). Hier steht Schwefelwasserstoff (H2S) im Mittelpunkt. Dieser wird von bestimmten Mikroorganismen im Darm gebildet und erfüllt im menschlichen Organismus verschiedene biologische Funktionen.
Einige Fachautoren diskutieren, dass erhöhte Konzentrationen mit Verdauungsbeschwerden und weiteren unspezifischen Symptomen in Zusammenhang stehen könnten. Die wissenschaftliche Datenlage befindet sich weiterhin in Entwicklung.
Beschrieben werden unter anderem Blähungen, Bauchbeschwerden, Übelkeit, Durchfälle oder Konzentrationsprobleme. Da diese Symptome sehr unspezifisch sind, ist eine eindeutige Zuordnung häufig schwierig.
Die diagnostische Situation in Deutschland
Die meisten in Deutschland verfügbaren Atemtests erfassen Wasserstoff und Methan. Schwefelwasserstoff wird dagegen bislang nur eingeschränkt gemessen.
Aus diesem Grund wird in Fachkreisen diskutiert, dass bestimmte Beschwerdebilder möglicherweise nicht immer eindeutig durch Standard-Atemtests erfasst werden können. Die Interpretation von Testergebnissen sollte daher stets im Zusammenhang mit der individuellen Symptomatik erfolgen.
Häufig diskutierte Nahrungsergänzungen bei H2S-SIBO / ISO
Im Zusammenhang mit H2S-SIBO beziehungsweise ISO werden verschiedene ernährungsbezogene Strategien diskutiert. Dazu gehören unter anderem bestimmte Mineralstoffe, Pflanzenstoffe sowie Anpassungen der Ernährung.
Einige Fachautoren beschäftigen sich mit der Rolle schwefelhaltiger Verbindungen im Darm und diskutieren mögliche Zusammenhänge mit bestimmten Ernährungsgewohnheiten. Welche Bedeutung dies im Einzelfall hat, ist Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen.
Da die Diagnostik von H2S-SIBO derzeit noch eingeschränkt ist, wird in Fachkreisen häufig auf die Gesamtheit aus Symptomen, Anamnese und verfügbaren Testergebnissen geachtet.
Ernährungsbezogene Ansätze im Überblick
Je nach Beschwerdebild werden unterschiedliche Strategien diskutiert. Dazu gehören unter anderem Anpassungen der Ernährung, Veränderungen des Lebensstils sowie der ergänzende Einsatz bestimmter Nahrungsergänzungsmittel.
In Fachkreisen werden häufig folgende Substanzen erwähnt:
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Berberin
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Allicin
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Oreganöl
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Probiotika
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Ballaststoffe
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verschiedene Vitamine und Mineralstoffe
Welche Maßnahmen sinnvoll sein können, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Warum eine individuelle Betrachtung wichtig ist
Menschen mit ähnlichen Beschwerden können sehr unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb wird in Fachkreisen häufig empfohlen, Symptome, Ernährung, Lebensstil und vorhandene Testergebnisse gemeinsam zu betrachten.
Eine pauschale Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln allein anhand einzelner Symptome ist häufig nicht zielführend. Eine fundierte Einordnung der individuellen Situation bildet die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
Fazit
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit SIBO, IMO und ISO entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die verschiedenen Formen unterscheiden sich hinsichtlich der beteiligten Mikroorganismen, der gemessenen Gase und der typischerweise beschriebenen Beschwerdebilder.
Eine fundierte Diagnostik und die individuelle Betrachtung der jeweiligen Situation bilden die Grundlage für eine sachgerechte Einordnung von Beschwerden.
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Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine medizinische, therapeutische oder individuelle Beratung.